Exposure beschreibt das gesamtwirtschaftliche Risiko, dem ein Tradingkonto gegenüber einem oder mehreren Märkten ausgesetzt ist. Es berücksichtigt Positionsgrößen, Richtung (Long/Short) und Korrelationen zwischen Positionen. Hohe Exposure bedeutet eine starke Abhängigkeit von der Marktentwicklung.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader hält mehrere Long-Positionen in technologielastigen Aktienindizes. → Obwohl es mehrere Trades sind, ist das Exposure stark auf einen Marktsektor konzentriert. Fällt der Technologiesektor, wirken sich die Verluste kumuliert auf die Equity aus.
Risk per Trade bezeichnet den maximal akzeptierten Verlust, den ein Trader bei einem einzelnen Trade eingeht. Er wird meist als Prozentsatz der Equity definiert und ist eine zentrale Größe zur Begrenzung von Drawdowns und zur Sicherstellung der Kontostabilität.
Beispiel / Assoziation: Ein Konto weist eine Equity von 20.000 € auf. Der Trader begrenzt sein Risiko auf 1 % pro Trade. → Der maximal zulässige Verlust pro Trade beträgt 200 €, unabhängig von Positionsgröße oder Hebel.
Das R-Multiple setzt den tatsächlichen Gewinn oder Verlust eines Trades ins Verhältnis zum zuvor definierten Risiko (Risk per Trade). Es erlaubt eine standardisierte Bewertung von Trades – unabhängig von Kontogröße oder Instrument.
Beispiel / Assoziation: Ein Trade riskiert 100 € (1R) und wird mit 300 € Gewinn geschlossen. → Das Ergebnis entspricht +3R. Ein Verlust von 100 € entspräche −1R.
Die Risk-Reward Ratio beschreibt das Verhältnis zwischen potenziellem Gewinn und möglichem Verlust eines Trades. Sie wird vor Trade-Eröffnung definiert und ist ein Maß für die Effizienz einer Handelsidee, nicht für deren Eintrittswahrscheinlichkeit.
Beispiel / Assoziation: Ein Trade riskiert 200 € mit einem Gewinnziel von 600 €. → Die Risk-Reward Ratio beträgt 1:3. Der Trade kann selbst bei niedriger Trefferquote langfristig profitabel sein.
Expectancy misst den durchschnittlich erwarteten Gewinn oder Verlust pro Trade auf Basis historischer Ergebnisse. Sie kombiniert Trefferquote und durchschnittliches Gewinn-/Verlustverhältnis und ist eine der aussagekräftigsten Kennzahlen zur Beurteilung einer Handelsstrategie.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader gewinnt 40 % seiner Trades mit durchschnittlich +300 € und verliert 60 % mit −150 €. → Die Expectancy ist positiv, obwohl mehr Trades verloren als gewonnen werden.
Overtrading beschreibt das Eingehen zu vieler oder unnötiger Trades, oft ohne klaren Setup-Vorteil. Es entsteht häufig aus Ungeduld, Langeweile oder dem Wunsch, Verluste schnell zurückzugewinnen. Overtrading erhöht Transaktionskosten, psychischen Druck und das Gesamtrisiko – ohne die Erwartungswerte zu verbessern.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader hat einen klaren Handelsplan mit 2–3 Setups pro Woche, eröffnet aber täglich mehrere spontane Trades. → Die Anzahl der Trades steigt, die Qualität sinkt – das Konto leidet trotz „Aktivität“.
Loss Aversion beschreibt die psychologische Tendenz, Verluste stärker zu gewichten als gleich hohe Gewinne. Im Trading führt dies häufig dazu, Verluste zu lange laufen zu lassen und Gewinne zu früh zu realisieren – ein struktureller Nachteil für die Performance.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader schließt einen Gewinn von +150 € sofort, hält aber einen Verlust von −300 € in der Hoffnung auf eine Umkehr. → Rational wäre das Gegenteil – psychologisch dominiert die Angst vor dem „Festschreiben“ des Verlusts.
Tilt bezeichnet einen emotionalen Ausnahmezustand, in dem rationale Entscheidungsfindung durch Frustration, Wut oder Euphorie ersetzt wird. Trades werden impulsiv, Regeln ignoriert und Risiken erhöht. Tilt ist kein Marktproblem, sondern ein Zustandsproblem des Traders.
Beispiel / Assoziation: Nach zwei schnellen Verlusten erhöht ein Trader spontan die Positionsgröße, um „es zurückzuholen“. → Die Entscheidung basiert nicht auf Analyse, sondern auf Emotion – klassischer Tilt.
Confirmation Bias beschreibt die Tendenz, Informationen zu bevorzugen, die die eigene Meinung bestätigen, während widersprechende Signale ignoriert oder abgewertet werden. Im Trading führt dies zu einseitiger Analyse und übersehenen Risikosignalen.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader ist bullish eingestellt und sucht gezielt nach positiven Marktmeinungen, blendet aber klare technische Schwächesignale aus. → Die Entscheidung wirkt fundiert, ist aber selektiv verzerrt.
Der Spread ist die Differenz zwischen Kaufpreis (Ask) und Verkaufspreis (Bid) eines Instruments. Er stellt einen impliziten Transaktionskostenfaktor dar und wirkt sich unmittelbar auf das Handelsergebnis aus – insbesondere bei kurzfristigen Strategien oder hoher Handelsfrequenz.
Beispiel / Assoziation: Ein Instrument weist einen Bid von 99,80 € und einen Ask von 100,00 € auf. → Der Spread beträgt 0,20 €. Ein Trade startet somit immer zunächst „im Minus“, da erst der Spread überwunden werden muss
Slippage bezeichnet die Abweichung zwischen dem erwarteten Ausführungspreis und dem tatsächlich ausgeführten Preis. Sie tritt häufig bei hoher Volatilität, geringer Liquidität oder bei Marktorders auf und kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader platziert eine Stop-Order bei 50,00 €, die Position wird jedoch erst bei 49,70 € ausgeführt. → Die Differenz von 0,30 € ist negative Slippage und erhöht den tatsächlichen Verlust.
Liquidity beschreibt, wie leicht ein Instrument gehandelt werden kann, ohne den Preis wesentlich zu beeinflussen. Hohe Liquidität führt zu engen Spreads und stabiler Ausführung, geringe Liquidität erhöht das Risiko von Slippage und erratischen Preisbewegungen.
Beispiel / Assoziation: Ein stark gehandelter Index-Future lässt sich nahezu jederzeit zu fairen Preisen handeln. Eine Nebenwert-Aktie hingegen zeigt sprunghafte Kursbewegungen schon bei kleinen Orders – ein Zeichen geringer Liquidität.
Ein Gap ist eine sprunghafte Kursveränderung, bei der zwischen zwei Kursstellungen kein Handel stattgefunden hat. Gaps entstehen häufig durch Nachrichten, Ereignisse außerhalb der Handelszeiten oder starke Orderungleichgewichte.
Beispiel / Assoziation: Eine Aktie schließt am Freitag bei 100 € und eröffnet am Montag bei 92 €. → Die Differenz von 8 € ist ein Gap, gegen das Stop-Loss-Orders keinen Schutz bieten konnten.
Eine Market Order ist eine unbedingte Kauf- oder Verkaufsorder, die sofort zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt wird. Sie garantiert Ausführung, nicht jedoch den Preis. In volatilen oder illiquiden Märkten kann es zu Slippage kommen.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader will eine Position sofort schließen und platziert eine Market Order. → Die Ausführung erfolgt unmittelbar, möglicherweise zu einem leicht schlechteren Preis als erwartet – Geschwindigkeit vor Preispräzision.
Eine Limit Order legt einen maximalen Kaufpreis oder minimalen Verkaufspreis fest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Markt dieses Preisniveau erreicht oder verbessert. Sie bietet Preiskontrolle, aber keine Ausführungsgarantie.
Beispiel / Assoziation: Eine Aktie notiert bei 102 €. Ein Trader setzt eine Kauf-Limitorder bei 100 €. → Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs auf 100 € oder darunter fällt.
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