Equity bezeichnet den Eigenkapitalanteil eines Anlegers oder Unternehmens. Im Trading- und Investmentkontext meint der Begriff meist den tatsächlich dem Anleger gehörenden Wert, also Vermögen abzüglich aller Verbindlichkeiten. Bei Handelskonten entspricht Equity dem aktuellen Kontowert inklusive offener Gewinne und Verluste.
Beispiel / Assoziation: Ein Tradingkonto ist mit 10.000 € kapitalisiert. Offene Positionen weisen aktuell einen nicht realisierten Verlust von 1.200 € aus. Die Equity des Kontos beträgt somit 8.800 € – nicht das ursprüngliche Guthaben, sondern der reale Eigenkapitalwert zum aktuellen Zeitpunkt.
Equity bezeichnet im Margin-Trading den aktuellen Netto-Kontowert eines Tradingkontos. Sie ergibt sich aus dem Kontoguthaben zuzüglich aller offenen Gewinne und abzüglich aller offenen Verluste. Die Equity ist die maßgebliche Größe für Margin-Berechnung, Risikoüberwachung und mögliche Zwangsliquidationen.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader startet mit 5.000 € Guthaben. Offene Positionen stehen aktuell bei +700 € Gewinn und −1.500 € Verlust. → Equity = 4.200 €. Auch wenn das Startguthaben noch 5.000 € beträgt, bewertet der Broker das Risiko ausschließlich auf Basis der Equity, nicht auf Basis des ursprünglichen Einzahlungsbetrags.
Balance bezeichnet im Trading den reinen Kontostand ohne Berücksichtigung offener Positionen. Sie umfasst ausschließlich realisierte Gewinne und Verluste und verändert sich nur, wenn Positionen geschlossen werden oder Ein- bzw. Auszahlungen erfolgen. Die Balance spiegelt nicht das aktuelle Marktrisiko wider.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader zahlt 10.000 € ein. Nach mehreren geschlossenen Trades beträgt der Kontostand 11.200 €. → Die Balance liegt bei 11.200 €, selbst wenn aktuell offene Positionen bestehen, die temporär im Gewinn oder Verlust sind. Erst beim Schließen dieser Positionen wirkt sich deren Ergebnis auf die Balance aus.
Unrealisierte GuV (Floating P/L) bezeichnet den aktuellen, noch nicht realisierten Gewinn oder Verlust aus offenen Positionen. Der Wert verändert sich fortlaufend mit der Marktentwicklung und wirkt sich direkt auf die Equity, jedoch nicht auf die Balance aus. Erst beim Schließen einer Position wird der Floating P/L realisiert.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader eröffnet eine Position mit einem Einsatz von 1.000 €. Der Markt bewegt sich gegen ihn, die Position steht aktuell bei −350 €. → Der Floating P/L beträgt −350 €. Die Balance bleibt unverändert, während sich die Equity entsprechend reduziert.
Margin bezeichnet die Sicherheitsleistung, die ein Broker beim Eingehen einer gehebelten Position einbehält. Sie ist kein Kostenfaktor, sondern gebundenes Kapital, das zur Absicherung offener Positionen dient. Die Höhe der Margin hängt von Positionsgröße, Hebel und Instrument ab.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader eröffnet mit einem Hebel von 1:10 eine Position im Wert von 50.000 €. → Er muss dafür 5.000 € Margin hinterlegen. Diese Summe steht während der Laufzeit der Position nicht frei zur Verfügung, bleibt jedoch Bestandteil der Equity.
Used Margin bezeichnet den Teil der Equity, der aktuell als Sicherheitsleistung für alle offenen Positionen gebunden ist. Dieses Kapital steht nicht für neue Trades zur Verfügung, bleibt jedoch Bestandteil des Kontowerts. Steigende Positionsgrößen oder zusätzliche Trades erhöhen die Used Margin.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader hält zwei offene Positionen. Für Position A werden 2.000 € Margin benötigt, für Position B 1.500 €. → Die Used Margin beträgt insgesamt 3.500 €. Unabhängig davon, ob die Positionen im Gewinn oder Verlust stehen, ist dieser Betrag solange gebunden, bis Positionen reduziert oder geschlossen werden.
Free Margin bezeichnet den frei verfügbaren Teil der Equity, der nicht als Margin gebunden ist. Sie bestimmt, ob und in welchem Umfang neue Positionen eröffnet oder bestehende Positionen ausgeweitet werden können. Sinkt die Free Margin gegen null, ist kein zusätzlicher Handlungsspielraum mehr vorhanden.
Beispiel / Assoziation: Ein Tradingkonto weist eine Equity von 8.000 € auf. Davon sind 5.500 € als Used Margin gebunden. → Die Free Margin beträgt 2.500 €. Fällt die Equity durch Verluste weiter, reduziert sich automatisch auch die Free Margin – selbst ohne neue Trades zu eröffnen.
Margin Level ist eine Verhältniskennzahl, die das Verhältnis von Equity zur Used Margin beschreibt. Sie wird in Prozent angegeben und dient Brokern als zentrale Risikokennzahl, um zu beurteilen, wie stark ein Tradingkonto ausgelastet ist. Sinkt das Margin Level unter definierte Schwellenwerte, können Margin Calls oder Stop-Outs ausgelöst werden.
Formel (implizit): Margin Level = (Equity ÷ Used Margin) × 100
Beispiel / Assoziation: Ein Konto weist eine Equity von 6.000 € und eine Used Margin von 3.000 € auf. → Margin Level = 200 %. Fällt die Equity durch Verluste auf 3.000 €, sinkt das Margin Level auf 100 %. Viele Broker beginnen ab diesem Bereich mit Einschränkungen oder Warnmechanismen.
Ein Margin Call bezeichnet eine Warn- oder Interventionsschwelle, die erreicht wird, wenn das Margin Level eines Tradingkontos unter einen vom Broker definierten Wert fällt. Der Trader wird darauf hingewiesen, dass das vorhandene Eigenkapital nicht mehr ausreicht, um die offenen Positionen angemessen abzusichern. In dieser Phase sind häufig keine neuen Positionen mehr möglich.
Beispiel / Assoziation: Ein Broker definiert einen Margin Call bei 100 % Margin Level. Fällt die Equity eines Traders durch Verluste so weit, dass sie der Used Margin entspricht, wird ein Margin Call ausgelöst. → Der Trader muss Positionen reduzieren, Kapital nachschießen oder weitere Verluste vermeiden, um eine Eskalation zu verhindern
Stop-Out bezeichnet den automatischen Eingriff des Brokers, bei dem offene Positionen zwangsweise geschlossen werden, sobald das Margin Level unter eine kritische Schwelle fällt. Ziel ist es, ein negatives Kontosaldo zu verhindern und das Restrisiko für Broker und Trader zu begrenzen. Die Schließung erfolgt in der Regel ohne Zustimmung des Traders.
Beispiel / Assoziation: Ein Broker setzt den Stop-Out bei 50 % Margin Level an. Sinkt die Equity eines Kontos auf die Hälfte der Used Margin, beginnt der Broker, Positionen automatisch zu schließen – meist beginnend mit der verlustreichsten Position –, bis das Margin Level wieder oberhalb der Schwelle liegt.
Leverage beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetztem Eigenkapital und tatsächlich bewegtem Marktvolumen. Durch den Einsatz von Hebelwirkung kann mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz eine größere Position kontrolliert werden. Leverage verstärkt Gewinne und Verluste gleichermaßen und wirkt unmittelbar auf Margin, Equity und Margin Level.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader nutzt einen Hebel von 1:20 und setzt 2.000 € Eigenkapital ein. → Er bewegt damit ein Marktvolumen von 40.000 €. Eine Kursbewegung von nur 1 % entspricht somit bereits einem Gewinn oder Verlust von 400 € – bezogen auf ein eingesetztes Eigenkapital von 2.000 €.
Drawdown bezeichnet den prozentualen oder absoluten Rückgang des Kontowerts (meist der Equity) vom höchsten erreichten Stand bis zum folgenden Tiefpunkt. Er ist eine zentrale Kennzahl zur Risikobewertung, da er zeigt, wie stark ein Konto zwischenzeitlich belastet wird – unabhängig vom Endergebnis.
Beispiel / Assoziation: Ein Tradingkonto steigt von 10.000 € auf 14.000 € Equity und fällt anschließend auf 11.000 €. → Der Drawdown beträgt 3.000 € bzw. rund 21 % bezogen auf den Höchststand. Auch wenn das Konto weiterhin im Plus ist, zeigt der Drawdown, welche Belastung zwischenzeitlich ausgehalten werden musste.
Realized P/L bezeichnet den endgültig verbuchten Gewinn oder Verlust, der durch das Schließen einer Position entsteht. Erst mit der Realisierung wird das Ergebnis fest Bestandteil der Balance und ist nicht mehr marktabhängig.
Beispiel / Assoziation: Eine Position wird mit einem Gewinn von 1.200 € geschlossen. → Dieser Betrag wird als Realized P/L verbucht und erhöht unmittelbar die Balance des Kontos.
Unrealized PnL (Floating PnL) bezeichnet den aktuellen Gewinn oder Verlust aus offenen Positionen, der noch nicht durch Schließen der Position realisiert wurde. Er ist marktabhängig, schwankt laufend und beeinflusst direkt die Equity, jedoch nicht die Balance.
Beispiel / Assoziation: Eine offene Position steht aktuell bei +800 €. → Dieser Betrag zählt als Unrealized PnL. Er kann sich jederzeit verändern oder vollständig verschwinden, solange die Position offen bleibt.
Position Size bezeichnet die tatsächliche Größe einer einzelnen Handelsposition, gemessen in Stück, Lots oder Kontraktvolumen. Sie ist eine der zentralen Stellgrößen des Risikomanagements, da sie bestimmt, wie stark sich Kursbewegungen eines Instruments auf Gewinn, Verlust und Equity auswirken.
Beispiel / Assoziation: Ein Trader handelt einen CFD auf einen Index mit einer Positionsgröße von 5 Kontrakten. → Bewegt sich der Index um 10 Punkte und ein Punkt entspricht 2 €, ergibt sich ein Gewinn oder Verlust von 100 €. Unabhängig vom eingesetzten Hebel bestimmt die Positionsgröße die reale Wirkung einer Marktbewegung.
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Im realen Trading entfalten Begriffe keine theoretische, sondern eine operative Wirkung. Ob Balance, Equity oder Margin – jedes Konzept hat unmittelbare Konsequenzen für Handlungsspielraum, Risiko und mögliche Eingriffe durch den Broker. Begriffserklärungen sind daher kein akademisches Beiwerk, sondern ein Instrument zur Risikokontrolle. Wer Begriffe falsch versteht, trifft nicht nur schlechte Entscheidungen, sondern unterschätzt oft systematisch die tatsächliche Belastung des eigenen Kontos.
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