Die Drawdown-Dauer misst wie lange ein Messobjekt benötigt, um sich von einem Drawdown vollständig zu erholen. Sie ergänzt den maximalen Drawdown um die entscheidende Frage: Wie lange war Kapital gebunden bzw. belastet?
Warum ist die Drawdown-Dauer ein T2-KPI?
Während der maximale Drawdown die Tiefe eines Verlustes beschreibt, adressiert die Drawdown-Dauer dessen zeitliche Dimension. Diese Kennzahl ist essenziell für eine realistische Risiko- und Belastungsbewertung, wird jedoch deutlich seltener ausgewiesen – daher T2.
Auf welcher Messdimension wird die Drawdown-Dauer betrachtet?
Die Drawdown-Dauer entfaltet ihre Aussagekraft primär auf:
Die zugrunde liegenden Betrachtungsebenen sind im Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“ erläutert.
Was misst die Drawdown-Dauer konkret?
Gemessen wird der Zeitraum zwischen:
Zeitpunkt des Höchststands ↔ Zeitpunkt der vollständigen Erholung (neuer Höchststand)
Die Drawdown-Dauer endet erst dann, wenn der vorherige Höchststand wieder erreicht oder überschritten wird.
Beispiel
Ein Konto erreicht am 1. Januar einen Höchststand von 20.000 €. Am 15. Februar fällt der Kontostand auf 15.000 € (Drawdown). Am 30. Juni wird erstmals wieder ein Wert von 20.000 € erreicht.
→ Drawdown-Dauer: ca. 6 Monate
Wie ist die Drawdown-Dauer richtig einzuordnen?
Die Drawdown-Dauer beschreibt die zeitliche Belastung einer Strategie:
Zwei Strategien mit identischem Drawdown können sich daher massiv unterscheiden, wenn die Erholungszeit stark variiert.
Typische Fehlinterpretation
Ein geringer Drawdown bedeutet automatisch eine kurze Erholungsphase.
Warum das nicht stimmt:
Auch moderate Drawdowns können sich über lange Zeiträume hinziehen, wenn die Strategie strukturell langsam oder volatilitätsarm ist.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Die Drawdown-Dauer sollte immer gemeinsam betrachtet werden mit:
Erst die Kombination aus Tiefe + Dauer + Ergebnis erlaubt eine fundierte Risikoeinschätzung.
Abgrenzung:
Drawdown-Dauer vs. Häufigkeit von Drawdowns
Die Drawdown-Dauer misst eine einzelne Erholungsphase. Sie sagt nichts darüber aus, wie oft Drawdowns auftreten oder ob mehrere kurze Drawdowns vorliegen. Diese Aspekte werden durch weiterführende T2-/T3-KPIs abgebildet.
Kurzfazit
Die Drawdown-Dauer beantwortet die Frage: Wie lange musste ein Rückschlag ausgehalten werden, bis das Kapital wieder auf dem alten Niveau war? Sie macht Risiko zeitlich greifbar – und schließt damit eine zentrale Lücke der T1-Kennzahlen.
Nicht jeder Drawdown ist gleich. Während die maximale Drawdown-Dauer den Extremfall beschreibt, zeigt die durchschnittliche Drawdown-Dauer, wie sich Rückschläge typischerweise anfühlen.
Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen und ergänzen sich.
Auf welcher Messdimension werden diese Kennzahlen betrachtet?
Die Drawdown-Dauer wird primär interpretiert auf:
Siehe Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“.
Was misst die durchschnittliche Drawdown-Dauer konkret?
Gemessen wird:
:: Durchschnittliche Zeitspanne zwischen Höchststand und vollständiger Erholung über alle Drawdowns hinweg
Sie beschreibt den typischen zeitlichen Belastungsrahmen einer Strategie.
Was misst die maximale Drawdown-Dauer konkret?
Gemessen wird:
:: Längste einzelne Erholungsphase nach einem Drawdown
Sie beschreibt den schlechtesten historischen Fall in zeitlicher Hinsicht.
Beispiel
Eine Strategie weist über mehrere Jahre folgende Drawdown-Dauern auf:
→ Durchschnittliche Drawdown-Dauer: ca. 4 Monate
→ Maximale Drawdown-Dauer: 10 Monate
Wie sind beide Kennzahlen richtig einzuordnen?
Eine Strategie kann im Alltag stabil wirken, aber in Stressphasen sehr lange Erholungszeiten aufweisen.
Typische Fehlinterpretation
Die maximale Drawdown-Dauer ist übertrieben pessimistisch.
Warum das nicht stimmt:
Extremphasen sind selten, aber real. Sie definieren die Belastungsgrenze einer Strategie – nicht den Durchschnitt.
Kurzfazit
Die durchschnittliche Drawdown-Dauer beschreibt, wie sich Rückschläge meist anfühlen, die maximale Drawdown-Dauer zeigt, wie schlimm es werden kann. Beide Perspektiven sind notwendig für eine realistische Risikobewertung.
„Time under Water“ bezeichnet die Gesamtzeit, in der sich ein Messobjekt unterhalb seines bisherigen Höchststands befindet. Im Gegensatz zur einzelnen Drawdown-Dauer betrachtet diese Kennzahl die kumulative Zeitbelastung.
Auf welcher Messdimension wird Time under Water betrachtet?
Primär auf:
Siehe Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“.
Was misst Time under Water konkret?
Gemessen wird:
:: Summe aller Zeiträume, in denen der Wert unter dem bisherigen Höchststand liegt
Dabei spielt es keine Rolle, wie tief der Drawdown ist – entscheidend ist die Zeit unterhalb des Hochs.
Beispiel
Über ein Jahr hinweg befindet sich ein Portfolio:
→ Time under Water: 6 Monate
Wie ist Time under Water richtig einzuordnen?
Diese Kennzahl beschreibt die gefühlte Belastung einer Strategie:
Sie ist besonders relevant für die psychologische Tragfähigkeit.
Typische Fehlinterpretation
Time under Water ist nur eine andere Form der Drawdown-Dauer.
Warum das nicht stimmt:
Drawdown-Dauer betrachtet einzelne Phasen, Time under Water betrachtet die Summe aller belastenden Phasen.
Kurzfazit
Time under Water macht sichtbar, wie lange eine Strategie insgesamt „unter Wasser“ war. Sie ergänzt Drawdown-Tiefe und -Dauer um eine entscheidende emotionale Dimension.
Der Recovery-Faktor setzt die erzielte Performance ins Verhältnis zum maximalen Drawdown. Er zeigt, wie effizient eine Strategie Verluste wieder aufholt.
Warum ist der Recovery-Faktor ein T2-KPI?
Während T1-KPIs Ergebnis (Performance) und Risiko (Drawdown) getrennt betrachten, verbindet der Recovery-Faktor beide Dimensionen in einer Relation. Er wird seltener ausgewiesen, liefert jedoch einen hohen Erkenntnisgewinn – daher T2.
Auf welcher Messdimension wird der Recovery-Faktor betrachtet?
Der Recovery-Faktor entfaltet seine Aussagekraft primär auf:
Siehe Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“.
Was misst der Recovery-Faktor konkret?
Gemessen wird folgende Relation:
:: Gesamte Performance ↔ maximaler Drawdown
Er beantwortet die Frage, wie viel Ertrag pro Einheit eingegangenen Risikos erzielt wurde.
Beispiel
Performance: +30 %
Maximaler Drawdown: –15 %
→ Recovery-Faktor = 2,0
Einordnung:
Die Strategie hat doppelt so viel erwirtschaftet, wie sie zwischenzeitlich verloren hat.
Wie ist der Recovery-Faktor richtig einzuordnen?
Er ist besonders hilfreich beim Vergleich von Strategien mit unterschiedlichen Risikoprofilen.
Typische Fehlinterpretation
Ein hoher Recovery-Faktor bedeutet geringe Risiken.
Warum das nicht stimmt:
Der Recovery-Faktor berücksichtigt nicht,
Diese Aspekte werden durch andere T2-KPIs ergänzt.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Der Recovery-Faktor sollte gemeinsam betrachtet werden mit:
Erst diese Kombination zeigt, ob eine Erholung schnell, stabil und nachhaltig ist.
Kurzfazit
Der Recovery-Faktor beantwortet die Frage: Wie effizient wurde eingegangenes Risiko wieder in Performance umgewandelt? Er verbindet Ergebnis und Risiko zu einer vergleichbaren Kennzahl.
Die Volatilität misst, wie stark Ergebnisse oder Wertentwicklungen um ihren Mittelwert schwanken. Sie beschreibt die Intensität der Bewegungen, nicht deren Richtung.
Warum ist Volatilität ein T2-KPI?
Volatilität liefert wichtige Informationen über Stabilität und Planbarkeit, ist jedoch erklärungsbedürftig und wird daher seltener korrekt interpretiert als T1-KPIs.
Auf welcher Messdimension wird Volatilität betrachtet?
Primär auf:
Siehe Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“.
Was misst Volatilität konkret?
Gemessen wird die Streuung der periodischen Ergebnisse (z. B. tägliche oder wöchentliche Renditen) um ihren Durchschnitt.
Hohe Volatilität → starke Schwankungen
Niedrige Volatilität → gleichmäßiger Verlauf
Beispiel
Zwei Strategien erzielen jeweils +10 % Performance:
→ Strategie B weist eine höhere Volatilität auf.
Wie ist Volatilität richtig einzuordnen?
Volatilität ist kein Risikomaß im engeren Sinne, sondern ein Maß für Unruhe und Schwankungsintensität. Sie erklärt, wie anstrengend eine Performance sein kann – nicht, wie hoch der Verlust war.
Typische Fehlinterpretation
Hohe Volatilität ist automatisch schlecht.
Warum das nicht stimmt:
Manche Strategien benötigen Volatilität, um Erträge zu erzielen. Entscheidend ist, ob Schwankungen kontrolliert und kompensierbar sind.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Volatilität sollte gemeinsam betrachtet werden mit:
So wird sichtbar, ob Schwankungen zu echten Verlusten führen oder nur temporär sind.
Kurzfazit
Volatilität beschreibt die Unruhe einer Strategie. Sie erklärt, warum zwei identische Performances subjektiv völlig unterschiedlich wahrgenommen werden.
Die Downside Volatility misst ausschließlich die Schwankungen negativer Renditen. Im Gegensatz zur klassischen Volatilität werden positive Abweichungen ignoriert.
Warum ist Downside Volatility ein T2-KPI?
Sie ist klar eine Risikoverfeinerung, keine neue Theorie.
Messdimension
Beispiel Zwei Strategien schwanken gleich stark insgesamt. Eine weist jedoch deutlich stärkere Ausschläge nach unten auf.
→ Downside Volatility macht diesen Unterschied sichtbar.
Kurzfazit
Downside Volatility misst nur das, was tatsächlich schmerzt – Verluste.
Die Verlustserie misst die Anzahl aufeinanderfolgender Verlusttrades.
Warum ist sie ein T2-KPI?
Sie ist keine Statistik im engeren Sinn, sondern eine Verlaufskennzahl.
Messdimension
Beispiel
Trefferquote: 55 %
längste Verlustserie: 9 Trades
→ zeigt, dass gute Trefferquoten trotzdem belastend sein können.
Kurzfazit
Die Verlustserie zeigt, wie viel Disziplin eine Strategie erfordert.
Die Gewinnserie misst die Anzahl aufeinanderfolgender Gewinntrades.
Warum ist sie ein T2-KPI?
Sie ergänzt, aber ersetzt keine Leistungskennzahl.
Messdimension
Kurzfazit
Gewinnserien erklären warum Strategien zeitweise „leicht“ wirken – oft trügerisch.
Diese Kennzahl setzt die Erholungszeit eines Drawdowns ins Verhältnis zur Haltedauer oder Laufzeit.
Warum ist sie ein T2-KPI?
Messdimension
Beispiel
→ Recovery Time Ratio: 25 %
Kurzfazit
Sie zeigt, wie viel Zeit eine Strategie mit „Reparaturarbeit“ verbringt.
Diese Kennzahl setzt Trefferquote und Gewinn-/Verlust-Verhältnis zueinander.
Warum ist sie ein T2-KPI?
Messdimension
Beispiel
→ funktionierendes asymmetrisches Modell
Kurzfazit
Die Hit-to-Payoff-Balance erklärt, warum niedrige Trefferquoten profitabel sein können.
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