Die Sharpe Ratio misst, wie viel Überschussrendite eine Strategie im Verhältnis zu ihrer Schwankungsintensität erzielt. Sie beantwortet die Frage, ob eine Performance effizient oder lediglich volatil erkauft wurde.
Warum ist die Sharpe Ratio ein T3-KPI?
Die Sharpe Ratio ist kein einfacher Leistungsindikator, sondern ein normiertes Effizienzmaß, das:
Sie setzt damit ein Modellverständnis voraus und ist daher klar T3.
Auf welcher Messdimension wird die Sharpe Ratio betrachtet?
Die Sharpe Ratio entfaltet ihre Aussagekraft primär auf:
Die Messdimensionen sind im Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“ erläutert.
Was misst die Sharpe Ratio konkret?
Die Sharpe Ratio setzt folgende Größen in Beziehung:
:: (Durchschnittliche Rendite – risikofreier Zinssatz) ↔ Volatilität der Renditen
Sie misst damit, wie viel Rendite pro Einheit Schwankung erzielt wurde.
Beispiel
→ Sharpe Ratio = 1,0
Einordnung:
Für jede Einheit Risiko wurde eine Einheit Überschussrendite erzielt.
Wie ist die Sharpe Ratio richtig einzuordnen?
Wichtig: Die Sharpe Ratio misst Effizienz, nicht absolute Leistung.
Typische Fehlinterpretation
Eine hohe Sharpe Ratio bedeutet automatisch eine gute Strategie.
Warum das nicht stimmt:
Sie ist damit kein vollständiges Risikomaß.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Die Sharpe Ratio sollte immer gemeinsam betrachtet werden mit:
Erst diese Kombination trennt stabile Effizienz von statistischer Glättung.
Kurzfazit
Die Sharpe Ratio beantwortet die Frage: Wie effizient wurde Rendite im Verhältnis zu Schwankungen erzielt? Sie ist ein mächtiges Analyseinstrument – sofern ihre Annahmen verstanden werden.
Die Sortino Ratio misst die Überschussrendite im Verhältnis zu negativen Schwankungen. Im Gegensatz zur Sharpe Ratio werden nur Verluste als Risiko betrachtet.
Warum ist die Sortino Ratio ein T3-KPI?
Auch die Sortino Ratio ist ein normiertes Effizienzmaß, jedoch mit:
Sie ist damit eindeutig T3.
Auf welcher Messdimension wird die Sortino Ratio betrachtet?
Primär auf:
Was misst die Sortino Ratio konkret?
Gemessen wird:
:: (Durchschnittliche Rendite – Zielrendite) ↔ Downside Volatility
Sie beantwortet die Frage, wie effizient eine Strategie Verluste vermeidet, nicht wie stark sie schwankt.
Beispiel
Zwei Strategien mit identischer Performance und Volatilität:
→ Strategie A weist eine höhere Sortino Ratio auf.
Wie ist die Sortino Ratio richtig einzuordnen?
Die Sortino Ratio ist besonders geeignet für:
Sie ist näher an der realen Risikowahrnehmung als die Sharpe Ratio.
Typische Fehlinterpretation
Sortino ist immer besser als Sharpe.
Warum das nicht stimmt:
Auch die Sortino Ratio ist modellabhängig und sensibel gegenüber Datenwahl und Zeitraum.
Kurzfazit
Die Sortino Ratio beantwortet die Frage: Wie effizient wird Rendite erzielt, wenn nur Verluste als Risiko zählen?
Der Ulcer Index misst die Tiefe und Dauer von Drawdowns über die Zeit. Im Gegensatz zur Volatilität berücksichtigt er ausschließlich negative Abweichungen vom bisherigen Höchststand. Der Fokus liegt nicht auf Schwankungen, sondern auf anhaltendem Verluststress.
Warum ist der Ulcer Index ein T3-KPI?
Der Ulcer Index basiert auf einer nichtlinearen Auswertung von Drawdowns und:
Er wird daher primär in professionellen Risikoanalysen eingesetzt und ist klar T3.
Auf welcher Messdimension wird der Ulcer Index betrachtet?
Der Ulcer Index entfaltet seine Aussagekraft auf:
Siehe Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“.
Was misst der Ulcer Index konkret?
Gemessen wird:
:: Quadratische Abweichung aller Drawdowns vom letzten Höchststand über den betrachteten Zeitraum
Dadurch werden tiefe und lange Drawdowns überproportional gewichtet.
Beispiel
Zwei Strategien erzielen identische Performance und Volatilität:
→ Strategie B weist einen höheren Ulcer Index auf, da die Belastung über Zeit größer ist.
Wie ist der Ulcer Index richtig einzuordnen?
Der Ulcer Index korreliert stark mit der psychologischen Belastung einer Strategie.
Typische Fehlinterpretation
Ein niedriger Ulcer Index bedeutet geringe Risiken.
Warum das nicht stimmt:
Der Ulcer Index misst Verluststress, nicht Extremrisiken oder Tail Events. Er ersetzt keine klassische Risikoanalyse.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Der Ulcer Index sollte gemeinsam betrachtet werden mit:
So entsteht ein vollständiges Bild aus Tiefe, Dauer und Effizienz.
Kurzfazit
Der Ulcer Index beantwortet die Frage: Wie belastend waren die Verlustphasen über die Zeit? Er ist eines der realitätsnächsten Risikomaße für langfristige Strategien.
Die Calmar Ratio setzt die jährliche Performance ins Verhältnis zum maximalen Drawdown. Sie misst, wie viel Ertrag pro Einheit maximal eingegangenem Risiko erzielt wurde.
Warum ist die Calmar Ratio ein T3-KPI?
Die Calmar Ratio ist:
Sie verbindet T1-Ergebniskennzahlen mit T1-Risikokennzahlen zu einem modellbasierten Effizienzmaß.
Auf welcher Messdimension wird die Calmar Ratio betrachtet?
Primär auf:
Was misst die Calmar Ratio konkret?
Gemessen wird folgende Relation:
:: Jährliche Performance ↔ maximaler Drawdown
Sie beantwortet die Frage, wie effizient ein Risiko langfristig vergütet wurde.
Beispiel
→ Calmar Ratio = 2,0
Einordnung:
Für jede Einheit maximalen Verlusts wurden zwei Einheiten Ertrag erzielt.
Wie ist die Calmar Ratio richtig einzuordnen?
Sie ist besonders geeignet für trendfolgende und langfristige Strategien.
Typische Fehlinterpretation
Eine hohe Calmar Ratio garantiert geringe Risiken.
Warum das nicht stimmt:
Die Calmar Ratio berücksichtigt nur den schlimmsten historischen Drawdown, nicht dessen Dauer oder Häufigkeit.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Die Calmar Ratio entfaltet ihre volle Aussagekraft im Zusammenspiel mit:
So wird sichtbar, ob ein guter Wert strukturell oder zufällig zustande kam.
Kurzfazit
Die Calmar Ratio beantwortet die Frage: Wie effizient wurde maximal eingegangenes Risiko vergütet? Sie ist ein starkes Vergleichsinstrument – sofern ihre Grenzen bekannt sind.
Die Omega Ratio ist eine verteilungsbasierte Effizienzkennzahl, die alle Renditen oberhalb und unterhalb einer definierten Zielrendite berücksichtigt. Im Gegensatz zu Sharpe, Sortino oder Calmar betrachtet sie nicht nur Mittelwerte oder Extrempunkte, sondern die gesamte Renditeverteilung.
Warum ist die Omega Ratio ein T3-KPI?
Die Omega Ratio ist klar T3, weil sie:
Sie ist hoch aussagekräftig, aber auch interpretationssensibel.
Auf welcher Messdimension wird die Omega Ratio betrachtet?
Die Omega Ratio entfaltet ihre Aussagekraft primär auf:
Die Messdimensionen sind im Abschnitt „Messdimensionen von KPIs“ definiert.
Was misst die Omega Ratio konkret?
Gemessen wird das Verhältnis von:
:: Wahrscheinlichkeit und Höhe positiver Renditen oberhalb einer Zielrendite
:: ↔
:: Wahrscheinlichkeit und Höhe negativer Renditen unterhalb dieser Zielrendite
Vereinfacht:
Wie viel „gute“ Rendite steht im Verhältnis zu „schlechter“ Rendite?
Beispiel
Zielrendite: 0 %
→ Trotz ähnlicher Performance kann Strategie B eine höhere Omega Ratio aufweisen, weil die negative Verteilung günstiger ist.
Wie ist die Omega Ratio richtig einzuordnen?
Die Omega Ratio ist besonders geeignet für: asymmetrische Strategien Strategien mit „fat tails“ Modelle mit seltenen Extremereignissen
Typische Fehlinterpretation
Eine hohe Omega Ratio bedeutet automatisch geringe Risiken.
Warum das nicht stimmt:
Die Aussage hängt vollständig von der gewählten Zielrendite ab. Eine schlecht gewählte Schwelle kann das Ergebnis verzerren.
Zusammenspiel mit anderen KPIs
Die Omega Ratio sollte gemeinsam betrachtet werden mit:
So wird sichtbar, ob eine „gute Verteilung“ auch belastbar ist.
Kurzfazit
Die Omega Ratio beantwortet die Frage: Wie günstig ist die gesamte Renditeverteilung relativ zu einem definierten Ziel? Sie ist eines der vollständigsten Effizienzmaße – bei gleichzeitig hoher Komplexität.
T3-KPIs basieren auf Modellen, Annahmen und Zieldefinitionen. Unterschiedliche Kennzahlen gewichten Risiko, Zeit, Schwankung und Extremereignisse bewusst unterschiedlich.
Ein „bestes“ Ranking existiert daher nicht – nur passende Perspektiven.
Welche Annahmen beeinflussen T3-KPIs?
Schon kleine Änderungen können zu deutlich anderen Ergebnissen führen.
Warum sind widersprüchliche Ergebnisse kein Fehler?
Unterschiedliche T3-KPIs beantworten unterschiedliche Fragestellungen:
Widersprüche zeigen keine Schwäche, sondern Mehrdimensionalität.
Was ist der richtige Umgang mit T3-KPIs?
T3-KPIs sind Analyseinstrumente, keine Urteilssprüche. Ihr Mehrwert entsteht durch:
Kurzfazit
T3-KPIs helfen, Strategien tiefer zu verstehen, nicht sie pauschal zu bewerten.
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