Zahlen, Kurven und Rankings erzeugen objektive Anmutung. Sie wirken neutral – auch wenn sie es nicht sind.
In Kombination mit:
entsteht ein starkes Aktivierungsnarrativ: „Andere machen es auch – also kann es nicht falsch sein.“
Diese Dynamik verstärkt Asymmetrien, weil:
Warum ist es wichtig, Provisionsmodelle zu erkennen?
Provisionsmodelle beeinflussen, wie Inhalte entstehen und wie sie präsentiert werden. Wer die wirtschaftlichen Anreize hinter Empfehlungen kennt, kann Aussagen besser einordnen – unabhängig davon, ob die Empfehlung gut gemeint oder fachlich korrekt ist.
Es geht nicht darum, Inhalte zu diskreditieren, sondern darum, Interessen sichtbar zu machen.
Woran erkennt man Affiliate-Modelle?
Affiliate-Modelle lassen sich häufig an folgenden Merkmalen erkennen:
Typisch ist:
Die Empfehlung endet vor der eigentlichen Nutzung.
Einordnung: Der wirtschaftliche Anreiz liegt im Abschluss – nicht im langfristigen Erfolg.
Woran erkennt man volumen- oder aktivitätsabhängige Provisionen?
Diese Modelle sind weniger offensichtlich, zeigen sich aber im Ton und der Frequenz der Inhalte:
Einordnung: Wenn Inaktivität kaum vorkommt, ist Aktivität meist wirtschaftlich relevant.
Woran erkennt man Orderbuch- oder Flow-basierte Beteiligungen?
Diese Modelle sind für Nutzer am schwersten zu erkennen, da sie selten offen kommuniziert werden. Indirekte Hinweise können sein:
Die Empfehlung wirkt neutral, ist aber strukturell gebunden.
Einordnung: Hier wird nicht das Ergebnis monetarisiert, sondern das Verhalten.
Welche Rolle spielt die Kennzeichnung von Werbung?
Formale Kennzeichnungen wie:
sind rechtlich relevant, aber inhaltlich oft wenig aufschlussreich.
Entscheidend ist nicht dass Werbung vorliegt, sondern:
Einordnung: Transparenz beginnt nicht beim Label, sondern bei der Einordnung.
Warum sind Erfolgsstories ein starkes Indiz?
Erfolgsstories erfüllen mehrere Funktionen:
Sie sind besonders wirksam, wenn:
Einordnung: Wo Storytelling Analyse ersetzt, liegt meist ein monetärer Anreiz vor.
Wie erkennt man fehlende Interessengleichheit?
Ein zentrales Prüfkriterium ist die Frage: Trägt der Empfehlende dasselbe Risiko wie der Folgende?
Warnsignale:
keine klare Aussage zur eigenen Kapitalbindung
Fokus auf Reichweite statt auf Verantwortung
fehlende Aussagen zu eigenen Verlustphasen
Einordnung: Fehlt die Risikogleichheit, besteht strukturelle Asymmetrie.
Gibt es einfache Prüf-Fragen für Nutzer?
Ja. Drei einfache Fragen reichen oft aus:
Womit verdient der Empfehlende Geld?
Wovon profitiert er konkret, wenn ich handle?
Was würde passieren, wenn ich nichts tue?
Je klarer diese Fragen beantwortet werden können, desto geringer ist die Informationsasymmetrie.
Abschließende Einordnung
Nicht jede vergütete Empfehlung ist problematisch. In bestimmten Konstellationen können Vergütungsmodelle ein legitimes und notwendiges Refinanzierungsinstrument darstellen, um neue Produkte, Services oder Initiativen zu entwickeln. Insbesondere dort, wo diese Mittel der Aufklärung, der Wissensvermittlung oder der Entwicklung verbraucherschützender Tools dienen, erfüllen sie eine nachvollziehbare Funktion. Entscheidend ist dabei nicht das Vorhandensein wirtschaftlicher Interessen, sondern die Motivation, mit der sie eingesetzt werden – und der Zweck, dem sie letztlich dienen.
Vermissen Sie Informationen? Verbringen Sie nicht viel Zeit mit der Suche. Benutzen Sie dieses Formular um uns Ihre Frage/n zu stellen